Staatsgalerie Prenzlauer Berg

Der Name ist ein klarer Fall von Amtsanmaßung

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1961 geboren in Wuppertal / lebt in Berlin
1981/ 82 Mitglied der Band DIE TÖDLICHE DORIS
1983 - 87 Studium der Visuellen Kommunikation an der UdK Berlin,
Meisterschüler bei Prof. Ramsbott
Seit 2010 Gründung von BURQAMACHINES, Art/Noise Music Project mit
Ursula Döbereiner und D.Holland-Moritz

Ausstellungen:
http://www.chrisdreier.de/
Chris Dreier zeigt im unteren Raum Motive aus der Serie „Randlandschaften“ vom östlichen Stadtrand von Berlin, ergänzt von der raumschiffartigen Rüstungsfabrik BAE Systems an der idyllischen Westküste Englands – eine industrielle Randlandschaft anderer Art.
Aufgenommen mit Kodak Farbpapier, dessen begrenztes und leicht verfremdetes Farbspektrum und optochemische Artefakte den speziellen Reiz, aber auch die Absurdität und Zerstückelung dieser unbeachteten Gegend abseits der Ausfallstrassen – nicht Land, nicht Stadt – wiedergeben, wo sich Äcker und kleine bewaldete Inseln wie der „Märchenwald“ mit Bundesgrenzschutzkasernen, Hundeschulen, Tierfriedhof und Heizkraftwerken abwechseln. Rückzüchtungen weiden auf ehemaligen Rieselfeldern, darüber kreist der Hubschrauber des BGS.
Im oberen Raum linker Hand befinden sich Zoneplatefotos aus dem „Secret Garden“, unterbrochen von zwei Aufnahmen aus den Wäldern um Verdun von 2009. Im Gegensatz zum Pinhole besteht eine Zone Plate (oder Fresnel Zonenplatte) aus winzigen konzentrischen Ringen, in denen die einfallenden Lichtstrahlen an den Spalten gebeugt und durch konstruktive Interferenz in Brennpunkten verstärkt werden, während sich beim Pinhole die Lichtstrahlen überlappen (dekonstruktive Interferenz).
Der Secret Garden bei Arisaig an der schottischen Westküste wurde in viktorianischen Zeiten angelegt, als es modern wurde exotische Pflanzen aus dem Himalaya und aus China nach Schottland und England zu bringen. Der Besitzer dieses sehr geschützt und versteckt liegenden dschungelartigen Gartens war auf seltene Rhododendron spezialisiert. Doch irgendwas muss schiefgelaufen sein, denn er hat sich umgebracht, von seinem Haus stehen nur noch die Grundmauern.


Arbeitsweise

Für die Serie „Randlandschaften“ benutze ich eine meiner selbstgebauten Lochkameras (runde Keksdose), in die ich ein Blatt Fuji-Colorpapier Größe 13 x 18 cm einlege und eine Aufnahme mache. Dieses Negativ entwickle ich im Farblabor, printe einen Kontaktabzug und filtere evt. den extremen Cyan-Farbstich raus. Die Farbskala ist relativ begrenzt auf einige Abstufungen, je nachdem wie die Lichtverhältnisse bei der Aufnahme ausfallen und wie genau die Belichtungszeit stimmte. Knicke im Negativ sind als rote Striche zu sehen. Eine optimale Vergrößerung ist dann nur digital möglich.

Die Serie „Secret Garden“ wurde mit Zero Image Rollfilmkameras aufgenommen, teils mit Pinhole, teils mit Zoneplate. Von den Negativen printe ich dann Abzüge im Farblabor.