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Katja Scharkowski

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Appearances
(Fotografie)

Ausstellungsdauer: 29.03.2012 - 05.04.2012

Geboren 1974 in Rheinland Pfalz 
Lebt und arbeitet in Berlin

2003-2005 Studium Philosophie, Französisch und Kunstgeschichte TU - Berlin
2005-2006 Studium an der Fotoakademie in München
2007-2011 Studium Freie Kunst - Schwerpunkt Fotografie Gerrit Rietveld Akademie 
                  in Amsterdam - Graduation Juli 2011
Seit 2011   Zulassung zum Masterstudiengang Fotografie St.Joost Akademie in Breda


Ausstellungen:  

Fotassistenz Buchprojekt Martha Maas geb Rosenfeld 1893 - 1970 eine jüdische     
Fotografin in Deutschland : Lette Verein Berlin  02.Oktober - 30.November 2009   
und Kunstschacht Zollverein  Essen August 2010 - Fotograf:  Stefan Maria Rother 
The 4th Supper  09.April 2010 - 24.April 2010
Katja Scharkowski und Joseph Heeg - Galerie Strümpfe Mannheim
01. Juni 2010
Gruppenausstellung Gerrit Rietveld Akademie in Hamburg
eingeladen von Fotofolgen Hamburg
Gruppenausstellung Imagine a new world 
Im Haus der Fotografie in Budapest
Fotografin der Nieuw Dakota - Common Ground April 2010 - Juni 2010
Ausstellung : Juni 2010 at Common Ground Exhibition 
The 1st Supper 07. January 2011 - 22.January 2011
The Gamblers Super Nights - Galerie Strümpfe Mannheim
Foam Museum Amsterdam Gruppenausstellung March 2011
Teenage Magazines 
Intimate Space - Kunstprojekt für die olympischen Jugendspiele 2012 Innsbruck
                
Publikationen:  

www.fryzmedia.nl
Internationalen Fotobuchfestival in Kassel Juni 2010
mit Fotofolgen Hamburg : Hamburger Hefte                                                       
?Vertrauensbasis?  geschrieben von Dr. Christel Frey künstlerische  
Arbeiten Katja Scharkowski
Mai 2011 Teenage Magazines- 
Intimate Space Katalog und Dokumentation November 2011
published by SCHLEBRÜGGE.EDITOR Österreich

Zur Ausstellung "Appearances":

In den Fotografien von Katja Scharkowski überlagern sich kurze Momente und Langanhaltendes zu Verwirrspielen: Belichtungszeiten und Lebenszeiten verschwimmen in flächigen Montagen, Linien verlieren sich im Ungefähren .

Zeit spielt in Scharkowskis Arbeit eine ebenso grosse Rolle wie Licht und Farbe. Die in Berlin arbeitende Künstlerin beschäftigt sich mit der Visualisierung räumlicher Aspekte der Erinnerung. In den Kompositionen ihrer Farbprints verdichten Zeit und Raum sich athmosphärisch: Mal ist es das Momenthafte, das den Eindruck des Flüchtigen erweckt; mal strahlen sie gemäldehafte Ruhe aus.

Katja Scharkowskis Blick kann voyeristisch sein, ist aber nie denunziatorisch. Eine rätselhafte Poesie des Augenblicks liegt über ihren Sujets, die oftmals von einer Stimmung des Vagen grundiert wird. Nicht selten befremden ihre Bilder, deren Beunruhigung aus der stets präsenten Möglichkeit des Plötzlichen und Unerwarteten resultiert.

Bodo Mrozek


Wo die Bilder der Fotografin Katja Scharkowskis entvölkert sind, da entfaltet sich in den Räumen und in deren Interieurs ein Animismus, der den abgebildeten Dingen eine Seele verleiht. Doch dort, wo Scharkowskis Fotografien auf die Lebewesen zielen, da sind ihre Motive und Sujets beseelt von einer Wesenhaftigkeit, welche den Boden der Tatsachen gewissermaßen auf Zehenspitzen mit Füßen tritt. Die Seele schiebt sich vor den Körper, welcher nur als Erscheinung seiner selbst sichtbar ist.

In den Bildern der Dam-Square-Serie ist die Erscheinung der Menschen äußerst flüchtiger Natur. Sie erscheinen eingeblendet in den überblendeten Raum, als Flaneure, als Pendler, als vorübergehende Akteure. So kreuzen sich zwei oder mehrere Zeitzonen, die auf immer getrennt nur Sekunden auseinanderliegen, für den Moment des Bruchteils eines Augenblicks. Alles Figürliche löst sich auf zu Gunsten seiner Abstraktion.

Auf anderen Bildern geht es sozusagen deutlicher zur Sache. Da steht ein weißes Pferd. Eine Stubbs-hafte Silhouette in klassisch anmutender Haltung. Es scheint illuminiert, eine vor die Nacht gespannte Lichtgestalt, wie aus dem Raum gemeißelt. Es ist eindeutig ein Pferd, doch vielmehr ist es dessen eigene Erscheinung. Ein ganz anderes Foto, ein sehr ähnliches Bild. Da stehen eindeutig zwei junge Frauen, Schwestern in Schwarz, beunruhigende Boten, vielleicht ein betendes Telegramm. Sie stehen da wie im Abklatschverfahren, doch jede die ungleiche Spiegelung der jeweils anderen. Es könnte sein, daß sie von ihrem Betrachter die Antwort auf eine stumme Frage fordern, von der er außerstande ist, sie sich zu stellen. Ein Bild, dem man bei Lichte betrachtet nicht im Dunkeln begegnen will, eine hinter Glas gerahmte Erscheinung, denn die Bilder Katja Scharkowskis sind Erscheinungsbilder.

Henryk Gericke